Dem Grauen einen Ort geben – unter diesem Leitsatz besuchten unsere achten Klassen die KZ-Gedenkstätte im oberpfälzischen Flossenbürg. Mit 100.000 Häftlingen war Flossenbürg eines der größten Konzentrationslager im Deutschen Reich. Mehr als 21.000 Menschen fanden hier den Tod, darunter der evangelische Theologe und Widerständler Dietrich Bonhoeffer. Auch in Hohenstein-Ernstthal existierte übrigens ein Außenlager des KZ Flossenbürg, in der ehemaligen Fabrik Laurenz und Wilde (heute Sitz der Euro-Akademie).
Während einer Führung durch das Gelände und die noch bestehenden Gebäude bot sich unseren Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, ihr historisches Wissen zur NS-Gewaltherrschaft zu vertiefen, Fragen zu stellen oder einfach die seltsame Atmosphäre dieses einst grausamen Schauplatzes aufzunehmen. Immerhin wohnen die Nachfahren deutscher Vertriebener auf dem Gelände der ehemaligen Häftlingsbaracken, mit bestem Blick auf den Appellplatz und die malerische Landschaft.
Neben dem historischen Wissenszuwachs zeigte der Gedenkstättenbesuch einmal mehr, wie wichtig es ist, nicht wegzuschauen, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Aussehens ausgrenzt und verfolgt werden.
(Text: Dr. Martin Diebel, Bildquelle: https://www.gedenkstaette-flossenbuerg.de/de/aktuelles/aktuelle-informationen (Foto: Thomas Dashuber), Download vom 29.06.2026))


